Die Pflanze des Monats Mai: Der Lorbeer

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Eine weitere Pflanze, die uns im Frühjahr mit Blüten erfreut, v.a. in den südlichen Gefilden, ist der Lorbeerbaum (Laurus nobilis). Der immergrüne Strauch oder bis 15 m hohe Baum mit seiner glatten olivgrünen bis schwarzen Borke besitzt wechselständig angeordnete, kurz gestielte, lanzettliche, an beiden Enden zugespitzte, dunkelgrüne Blätter von etwa 10 cm Länge, die am Rand oft schwach gewellt sind. In den Blattachseln stehen die weißlichen Blüten in büscheligen Dolden
oder kurzen traubigen Rispen. Die Früchte sind tiefschwarze, glänzende, eiförmige, ca. 2 cm lange Beeren.

Der Lorbeer hat insbesondere als Symbol eine lange Tradition. Seit jeher war er ein Symbol für Sieg und Triumph. Bereits die römischen Feldherren zogen im Altertum nach gewonnener Schlacht mit Lorbeerkränzen in Rom ein. Ursprünglich wurde der Lorbeer jedoch als ein Symbol der Reinigung für vergossenes Blut getragen. Apollon, Sohn des Zeus und der Leto, Sonnengott der Griechen, tötete die Schlange Pythion im heiligen Schrein der Mutter Erde in Delphi. Anschließend reinigte er sich mit Lorbeerblättern vom Drachenblut. Dem Mythos nach handelt es sich bei dem Lorbeerstrauch um die Nymphe Daphne, die um sich den Annäherungen des in Liebe erbrannten Gottes Apoll zu erwehren in den Strauch verwandelte. Apoll wählte den nun ihm geheiligten  Baum zu einen Zeichen der Vergebung und Reinigung. Als Zeichen der Reinigung und Entsühnung war es in Rom Sitte, dass am 15. Mai, zum Merkurfest, Kaufleute mit ihren Waren zum Brunnen des Merkurs zogen, Lorbeerzweige ins Wasser tauchten und sich und die Waren damit besprengten. Dazu sprachen sie: „Wasche ab die Meineide meiner vergangenen Leben und die falschen Worte am vergangenen Tag!

Im Christentum lebte der Lorbeer als symbolträchtige Pflanze weiter. Maria wurde als „himmlischer Lorbeer“ gepriesen. Die immergrünen Blätter waren ein Symbol der Ewigkeit und Unsterblichkeit. Verbunden mit dem Licht stand der Lorbeer der düsteren Todesmacht gegenüber.

Hoch war das Ansehen des Lorbeers in der Medizin. Die Blätter und Früchte wurden bei Hysterie, Amenorrhö und Darmkoliken verwendet; die Früchte außerdem für Aborte. Mit Lorbeer wurde die Statue des Äskulaps, Sohn des Apolls, der als Gott der Gesundheit angesehen wurde begrenzt. An Häusern in denen ein Krankheitsfall auftrat wurde über die Eingangstür ein Lorbeerzweig angebracht um den Tod abzuwehren und alle bösen Geister zu bannen. Lorbeer reinigte die Luft im weiteren Umkreis und den Blitz hielt er auch noch ab.

Der Lorbeer ist innerlich eingenommen eine toxische Pflanze die, abgesehen vom ätherischen Öl, medizinisch kaum mehr genutzt wird. Zur Gewinnung des Öles werden die Lorbeerblätter bzw. –früchte verwendet. Lorbeeröl wird aufgrund seiner durchblutungsfördernden und schmerzlindernden Effekte bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Es besitzt eine kraftvolle, anregende Wirkung. Es wirkt zudem antioxidativ. In der Aromatherapie wird dem Lorbeeblätteröl ein ausgeprägter Einfluss auf das Lymphsystem zugesprochen. Bei Abszessen wird die Reifung gefördert. Hilfreich ist hier die antiseptische Wirkung.

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