Regelmässige Eucharistiefeiern & spirituelle Angebote im Kneippianum:

  • Montag - Samstag, 17.15 Uhr: Eucharistiefeier in der Hauskapelle
  • Sonntag, 9.00 Uhr: Sonntagsgottesdienst mit Pater Schlake
  • Mittwoch, 16.30 Uhr: "Heilsames DA-Sein" - eine christliche Meditation
  • Donnerstag, 20.20 Uhr: Meditation bei Kerzenlicht & Gregorianischen Gesängen

Gesundheitswochen für Priester

Diese Woche dient dazu, auf der Grundlages des Gesundheitskonzepts von Pfr. Sebastian Kneipp die leib-seelische und geistliche Verfassung von Geistlichen zu stärken und ihnen Anregungen für ein selbstverantwortetes, gesundes Alltagsleben zu geben, das Leib (Lebensführung, Ernährung, Bewegung), Seele (Beziehungsgestaltung) und Geist (Gottesbeziehung, Gestaltung des priesterlichen Dienstes) umfasst.

Spiritueller Urlaub im Gesundheitszentrum Kneippianum
Erhohlung für die Seele Gesundheitszentrum Kneippianum

Urlaub

"Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe
aus ein paar sonnenhellen Tagen
sich soviel Licht ums Herz zu tragen
dass, wenn der Sommer längst verweht,
das Leuchten immer noch besteht"

Diese Verse unseres großen Dichters Johann Wolfgang von Goethe, nehme ich mit in meine Ferienzeit und wünsche Ihnen, dass auch Ihr Urlaub im Sinne dieser Worte gelingt!

Vielleicht schätzen wir ja in diesem Jahr Sonne und Wärme besonders, weil der Frühling und vor allem auch der Mai uns überwiegend Regen und kalte Tage beschert haben!

Aber jetzt ist Urlaub angesagt - Sommer, Sonne, Ferien!

Nicht die alltäglichen, beruflichen, familiären Verpflichtungen, bestimmen den Tagesablauf, sondern Zeit haben für...freie Zeit. Urlaub - für die meisten Menschen heißt das Aufbrechen aus der gewohnten Umgebung, aus den vier Wänden, aus der Enge, dem Üblichen, dem Einerlei, dem Alltagstrott. Viele verbinden mit Urlaub - Reisen: ins Flugzeug steigen, "abheben", weit, weit weg, andere Menschen, ihre Lebensgewohnheiten, Landschaften und Kulturen kennenlernen, oder ein Badestrand ist das Urlaubsziel. Viele Urlauber erfreuen sich des Wanderns durch sommergrüne Wiesen und Wälder voll Lebensfülle. Wieder andere steigen hinauf auf die Gipfel der Berge, Schritt für Schritt, stehen bleiben, durchatmen, schauen - oft eine körperliche Herausforderung, die aber meist belohnt wird mit einem weiten Blick in die Ferne und einer anderen Sicht auf alles, was sonst so wichtig erscheint. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich der Urlaub per "Radl" und schließlich verbringen Menschen gerne die Ferientage auf "Balkonien" oder im heimischen Garten - unzählige Möglichkeiten, den Urlaub zu verbringen.

Nur besteht oft die Gefahr, dass der Urlaub mit zu vielen Aktivitäten überfrachtet wird und Ruhe und Erholung zu kurz kommen. Müssen denn, z. B. in einer fremden Stadt alle Sehenswürdigkeiten aufgesucht werden? Würde nicht das Verweilen bei einigen wenigen ausgewählten Geist und Herz mehr bereichern? Wie heißt es im "Kleinen Prinzen" so schön: "Dabei kann man das, was man sucht, in einer einzigen Rose finden".

"Sich soviel Licht ums Herz zu tragen..." - Licht: Helligkeit, Wärme, Freude - Der Wirklichkeit begegnen mit Ruhe, Gelassenheit, unbeschwerten, bewussten, achtsamen, Schauen, Verweilen... Haben Sie schon einmal wahrgenommen, wie die Natur, die Dinge sich vom Licht des anbrechenden Tages berühren lassen, bzw. die Nacht ganz langsam alles ins Dunkel hüllt? Licht ums Herz: Durch unsere Mitmenschen, Zusammensein mit Freunden, Bekannten...Beziehungen können mitunter belastend sein, wie einsam und leer wäre doch bald unser Herz ohne sie. Empfänglich sein für das Schöne und Wahre, das Leben in seinem Reichtum, seiner Vielfalt und Einmaligkeit entdecken, vielleicht auch den, der uns jeden Tag das Leben neu schenkt... Ein "Licht ums Herz" das in den Alltag hineinzuleuchten vermag, wenn der Urlaub wieder längst vorbei ist.

Ich wünsche Ihnen und uns allen solche Urlaubserfahrungen!

Sr. Waldefried, Oberin der Mallersdorfer Schwestern im Kneippianum

"Vergesst mir die Seele nicht"(Pfarrer Sebastian Kneipp)

Kneipp´sche Gesundheitslehre von Sebastian Kneipp
Pfarrer Sebastian Kneipp

Wie oft wird die Seelenlage unterschätzt, Signale werden kaum wahr genommen oder ignoriert.

Die kneipp´sche Gesundheitslehre will eine Lebensweise aufzeigen, in der Körper, Geist und Seele eine Balance zueinander finden. Gehen Sie auf Ihre eigene Spurensuche...

Die Seele nährt sich von dem, an dem sie sich freut.

... gehen Sie auf Ihre eigene Spurensuche.

Nähren Sie Ihre Seele bei unseren abendlichen Kerzenlichtmeditationen, bei den "Atempausen für die Seele" und bei unseren Gottesdiensten (täglich um 17.15 Uhr und sonntags um 9.00 Uhr).

"Du führst mich hinaus ins Weite"

Erhohlung put in der grünen Wiese liegend
Entspannung an der frischen Luft

"Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, verbringe möglichst viel Zeit an der frischen Luft." In kaum einer Jahreszeit lässt sich dieser Rat von Pf. Kneipp leichter verwirklichen als in der Sommerzeit. Die Tage werden länger. Die Natur zeigt sich sozusagen in "Hochform": Blühen, wachsen, reifen - eine unfassbare, verschwenderischer Fülle lockt uns ins Freie.

Sommer, Sonne, Ferien - Urlaubszeit:

Scharen von Reisenden sind unterwegs zu fernen Zielen. Andere begnügen sich mit der näheren oder entfernten Heimat. Jedenfalls Zeit für den sog. "Tapetenwechsel" d.h. raus aus den vier Wänden, aus dem Alltag, den beruflichen und familiären Anforderungen.

Hinaus ins Weite: Vor mir eine wunderschöne, ausgedehnte Wiese, ein großer See, die "Weite des Himmels", der endlose Horizont - eine Faszination, der man sich nicht erwehren kann. Es ist wohl eine Ursehnsucht von uns Menschen, den Blick hinaus zu richten über das Vordergründige, das Hier und Heute, die alltäglichen Aufgaben und Sorgen.

Weite, das bedeutet Freiheit. Keine Einengungen und Begrenzungen, nichts nimmt mir die Sicht, keiner und nichts steht bzw. stellt sich mir in den Weg, weder die andern, noch ich mir selber. Das weite Blickfeld schafft Abstand, Distanz, lässt Zeit zum Durchatmen und Innehalten. Manches erscheint dann in einem anderen Licht. Eine andere Sichtweise bietet sich an. Sie befreit und befähigt zu Meinungsänderung, führt zu Toleranz und Gelassenheit. Die Seele kommt zur Ruhe, die innere Ordnung bringt uns wieder ins richtige Lot, ins Gleichgewicht.

Die Weite - nicht "das Weite suchen" - weglaufen, aus dem Staub machen, fliehen vor einer Aufgabe, einer Verpflichtung, einer Verantwortung, einem gegebenen Versprechen, vor sich selber. Wer kennt sie nicht, die "Situationen, die zum Davonlaufen" sind!

Weite - das Gegenteil davon ist die Enge. Sie kann Angst auslösen. Aber auch die Weite, kann mit Angst verbunden sein: Der Schritt ins Unbekannte, Fremde, Neue. Wir sehen ja immer nur bis zur nächsten Wegbiegung, das, was danach folgt, ist unserem Blick entzogen. Die Weite muss ich suchen, ins Weite muss ich gehen, und das bedeutet Aufbruch, Offenheit, Veränderung, Ungewissheit, aber auch Neuland, Bereicherung, einen anderen Horizont.

Und es gibt eine Weite, in der ich mir verloren, allein, verlassen vorkomme.

Ein alttestamentliches Psalmwort lautet: "Du führst mich hinaus ins Weite". Du, d. h. ich bin nicht mir selbst überlassen, bin nicht allein, laufe nicht ins Leere. Der Beter glaubt und vertraut auf Gott. Einem Gott, der weiß, dass wir zum Leben den "freien Raum" - wie es in dem gleichen Psalm heißt - brauchen. Und er weiß sich mit der bergenden Gewissheit beschenkt, dass Gottes Hand ihn führt und leitet, hält und trägt Der Gott der Bibel möchte uns befreien von allem, was uns einengt, angst macht. Bereits die ersten Seiten der Geschichte mit seinem Volk Israel sprechen von der Befreiung aus dem Joch der Knechtschaft. Gott will keine Sklaven, er hat uns als freie Menschen geschaffen.

Du führst mich hinaus ins Weite - lassen wir uns anregen diesem Wort nachzuspüren. Und wenn wir im Alltag wieder an Grenzen stoßen, oder die eigene Sicht zu kurz und verengt ist, wir versucht sind allzu engherzig zu reagieren, daran denken: Gott hat einen größeren, einen anderen Horizont als wir Menschen - Gott sei Dank!

Sr. Waldefried Gail

Die Ordnung liegt im Maß

Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung lese ich in der Friedhofsgedenkstätte von Pfarrer Kneipp. Beim letztgenannten Begriff erinnere ich mich an seine Aussage: "Die Ordnung liegt im Maß".

Umgangssprachlich begegnet uns das Maß sehr häufig: Maß nehmen, mit Augenmaß, dermaßen, die Maß und der Maßkrug usw. Maß bezieht sich auf Menge, auf Messen, hat mit Grenzen, genauer gesagt "mit vernünftigen Grenzen", mit Beschränkung, Verzicht zu tun. So betrachtet also Begriffe, die nicht "in", die unzeitgemäß sind.

Freiheit ist die große Errungenschaft unserer Zivilisation, ihr Radius wird immer größer und weiter, Regeln und Gebote auf ein Minimum reduziert. In unserer Konsum- und Leistungsgesellschaft zählen Leitbegriffe wie: Weiter, schneller, höher, immer mehr, noch mehr... Ernst Hemingway: "Wir lieben alle Extreme, weil uns das Maß zur Mitte fehlt".

Maß und Ordnung bedingen sich gegenseitig. Ihr Fehlen war oft die Ursache für Kriege und militärische Auseinandersetzungen, für Streit unter Nachbarn oder Familienmitgliedern.

Wer könnte bezweifeln, dass die Finanzkrise, die Schwindel erregenden Schuldenberge der Staaten nicht jedes rechte Maß sprengt? Leben auf Pump, Schulden machen, sich verschulden - weite Kreise in unserer Gesellschaft schrecken davor nicht mehr zurück. Ludwig Erhard, der "Architekt" des Wirtschaftswunders mahnte bereits in den 60-iger Jahren zum Maßhalten.

In einem Interview sprach Kardinal R. Marx einmal von der "Spiritualität des Maßes"."Es geht darum, wie wir leben wollen, es geht darum Maß zu halten". Natürlich brauchen wir den gesunden Ansporn, den Wettbewerb, sonst gäbe es keinen Fortschritt.

Was aber ist das rechte Maß ?

Erstaunlich ist, dass im Orden, der das Abendland über Jahrhunderte hindurch maßgeblich geprägt hat, und heute noch weltweit - nicht nur missionarisch - tätig ist, das "rechte Maß", als "Leitmotiv der Ordensregel" gilt. An ihm orientieren sich alle Lebensbereiche der Mönche: "Arbeit und Gebet, Bewegung und Ruhe, Speisen und Getränke, Mahl- und Fastenzeiten, Handarbeit und Lesung, Schweigen und Reden. Alles soll im rechten Maß vorgenommen werden". Ob Pfr. Kneipp, der ja ganz in der Nähe einer großen Benediktiner-Abtei - Ottobeuren - aufgewachsen ist von dieser Lebensweise inspiriert wurde? Oder aber durch ein karges Leben dazu gezwungen wurde?

Jedenfalls benennt er alle Bereiche des Lebens und sagt: "Jedes Zuviel, aber auch jedes Zuwenig - auf Dauer - ist Ursache dafür, dass der Körper mit Krankheit reagiert.".

Maßhalten ist nicht gleichzusetzen mit Askese, Verzicht um des Verzichtes willen, sich des Lebens nicht mehr freuen dürfen. Im Gegenteil die Mäßigung befähigt uns erst zum vollen Genießen. Welch ein Genuss, ein Glas Wein trinken, statt im Übermaß und dabei gar nicht mehr wahrnehmen, wie köstlich er schmeckt. "Das Maßhalten lässt uns Herr bleiben über unsere Genüsse, anstatt ihrer Sklaven zu werden" sagt P. Altherr.

Es bleibt eine lebenslange Aufgabe, die sich nicht auf unsere existentiellen Bedürfnisse beschränkt. Im täglichen Zusammensein fordert es Respekt und Achtung vor der Würde und dem Wert des andern, sowie der Natur und Umwelt. Sorgsamer Umgang statt grenzenlose Ausbeutung, wie in den Regenwäldern des Amazonas, hilft unsere Lebensräume zu schützen und das "rechte Maß" zu wahren.

Zur Ordnung finden wir nur, mit einem vernünftigen Maß von Arbeit und Erholung, wenn die Arbeit nicht zum alleinigen Mittelpunkt des Tages oder des ganzen Lebens wird, den Tag strukturieren, Abstand suchen und so zu innerer Ausgeglichenheit und Ruhe finden.

Die Ordnung liegt im Maß - eine Einladung für unsere eigene Lebensführung, sicher auch eine Herausforderung in unserer Wohlstandsgesellschaft.

Es dient nicht nur der Gesundheit für unseren Körper, sondern führt zur Freiheit. Sie befreit uns von vielen Zwängen, vom sog. "Mainstream". Es lässt uns nicht zu Sklaven unserer Wünsche, unserer Bedürfnisbefriedigung werden, unterwirft uns nicht einem ständigen "Konsumzwang", auch wenn wir dazu ständig ermuntert werden, damit die "Wirtschaft angekurbelt wird", und wächst. Das rechte Maß lässt uns Geschmack finden daran, dass, so unverzichtbar materiellen Güter sind, sie doch nicht alles sind, wofür sich zu leben lohnt, dass sie allein nicht als Maßstab unserer Lebensqualität gelten.

Ordnung und Maß - ein Weg in die Freiheit, eine unserer wertvollsten Fähigkeiten, die uns zu dem macht, was wir eigentlich sind: Menschen, die abwägen und entscheiden, die Maßhalten können, d.h. zwischen Zuviel und Zuwenig die Mitte, die Balance finden.

Ein gutes Gelingen und Freude!

Sr. Waldefried Gail

Seeufer im Allgäu
Panoramasee im Allgäu

 

"Die Ordnungstherapie ist keine Psychotherapie"

von Schwester Waldefried Gail, Oberin der Mallersdorfer Schwestern im Kneippianum (veröffentlicht in der Bad Wörishofer Gästezeitung, April 2011)

"Halte Ordnung, liebe sie, sie erspart dir Zeit und Müh." - Kennen Sie diese Ermahnung aus Kindertagen? Haben Sie vielleicht noch die Stimme der Mutter im Ohr? Tischabräumen, Zimmer aufräumen, Schulsachen in Ordnung brinngen ... Ordnung eher negativ besetzt?

Hier in Bad Wörishofen besitzt Ordnung einen hohen Stellwert. Sie ist eine der 5 Säulen der Kneipptherapie. "Vermarktet" wird sie allerdings mit Formulierungen wie "Innere Balance", "seelisches Gleichgewicht", "Harmonie", "Wellness für die Seele", "Einklang von Körper, Geist und Seele" und ähnlichen Bezeichnungen. Kommt darin zum Ausdruck, was Pfr. Kneipp unter der sogenannten 5. Säule seiner Therapie verstand? Was ihm wichtig dabei war? Zitiert man bei Gästebegrüßungen seinen bekannten Ausspruch: "Erst als ich in die Seelen meiner Patienten Ordnung brachte, hatten meine Therapien Erfolg" erfährt man erwartungsvolle Aufmerksamkeit oder verständnisvolles Kopfnicken und Zustimmung.

"Die Ordnung liegt im Maß"

Was erwarten sich die Gäste? Es wäre bestimmt zu eng gedacht, - weil Pfr. Kneipp Priester war - das Ordnungsprinzip auf das Spirituelle zu reduzieren. Er selbst sagt: "Die Ordnung liegt im Maß", in Maßen da ist unser reales Leben angesprochen mit seinen existentiellen Bedürfnissen und Verhaltensweisen. Wer wollte annehmen, dass hier Ordnung fehl am Platz ist? Wir brauchen für unseren Alltag Struktur und Rhythmus, die "Stützpfeiler" der Ordnung. Sie entlasten uns. Man verliert sich nicht in Nebensächlichkeiten. J.W. Goethe: "Gebraucht die Zeit, sie geht so schnell von hinnen, doch Ordnung lässt euch Zeit gewinnen." Auch im mitmenschlichen und beruflichen Leben ist Ordnung unverzichtbar. Sie bedeutet vor allem Verlässlichkeit: Absprachen, Termine, Vereinbarungen werden eingehalten, die Arbeit zuverlässig verrichtet usw. Die Ordnung wird als "Kernstück" der Kneipp'schen Gesundheitstherapie bezeichnet. Doch würden wir Pfarrer Kneipp nicht gerecht, wenn wir Ordnung allein als äußere, organisatorische Angelegenheit betrachteten. "Ordnung in die Seelen" bedeutet, dass ich mir meiner geistig/seelischen Verfassung bewusst bin, dass ich auf den "inneren Menschen" achte. Dies setzt voraus zur Ruhe kommen, zu sich selbst finden. Viele Menschen verlieren sich in Äußerlichkeiten, vielleicht weil sie ihren Schattenseiten nicht begegenen, sich vom "inneren Rucksack" mit seinem Ballast nicht trennen wollen oder können. Ordnung in der Seele kann nur gelingen, wenn ich mich dem stelle, was mir Energie und Lebensfreude nimmt wie unerledigte Geschäfte, unangenehme Auseinandersetzungen, nicht geklärte Beziehungen usw.

Die spirituelle Dimension

Die Ordnungstherapie hat viele Facetten. Der tiefste und eigentliche Sinn der Ordnungstherapie jedoch liegt in der religiösen, der spirituellen Dimension des Menschen. Sie ist keine Psychotherapie, sondern gründet im Glauben an Gott, den Schöpfer der Welt und allen Lebens. Die ersten Seiten der Bibel - die ja nicht die Entstehung der Welt naturwissenschaftlich erklären wollen - sind geradezu ein Hymnus auf Gottes schöpferisches Wirken, das in das Chaos, in das "Tohuwabohu" Ordnung bringt und damit Leben ermöglicht, Leben schafft.

Der Mensch ist Teil dieser Schöpfung, befähigt, selbst schöpferisch tätig zu sein in Beziehung zu seinem Schöpfer. Diese Beziehung konkretisiert sich für ihn in der Gestaltung seines Lebens nach Gottes Geboten. Leider werden diese von vielen unserer Zeitgenossen als Einengung und Bevormundung abgetan. Welch armseliges Gottesbild einer Vorstellung, Gott bräuchte unser Wohlverhalten, unsere Leistungen! Richtig verstanden sind sie Ausdruck unserer freien, liebenden Beziehung zu unserem Schöpfer, dem personalen Gott, wie er in der Person Jesu Christi erfahrbar war und ist. Gott ist ein Du, ein Gegenüber. Er nimmt mich als Person ernst. Darin liegt meine Würde und meine Verantwortung. Ist Gott - nach Ansicht mancher Zeitgenossen - pure "Energie", was ist dann der Mensch? Findet er in der Unverbindlichkeit, der Beliebigkeit sein Glück?

Was ist Heil?

Pfr. Kneipp spricht vom "Heil der unsterblichen Seele, für das er leben, arbeiten und sterben will". Heil? Heil ist nur Gott und letztlich allein in ihm zu finden, er allein kann uns von Verwundungen und Verletzugnen heilen. Mögen auch noch so viele "Heils-Angebote" auf dem esoterischen Markt angepriesen werden. Mögen in der pluralistischen Gesellschaft unserer Zeit verschiedene "Lebens Ansichten" verbreitet sein zwischen denen der Mensch wählen kann. Es bleibt eine tiefe Sehnsucht - vielleicht ist sie "Gottes unaufdringliche Art, sich in Erinnerung zu halten, wenn wir Gefahr laufen, ihn zu vergessen" (M. Broch). Nach der christlichen Weltanschauung wird der Mensch "heil", wenn er versucht, in der gottgewollten, seiner Natur immanenten Ordnung zu leben: "Wandle vor mir und sei ganz" Gen. 17,1. So verstanden, kann zurecht von Ordnungs-Therapie gesprochen werden.

Struktur und Rhythmus

Letzlich ist auch die metaphysische Deutung der Ordnung keine formale Angelegenheiot, sondern zielt darauf, dass in die Beziehung zu Gott Struktur und Rhythmus kommt, sie also nicht von Stimmung, Lust und Laune abhängig ist. Wie in jeder Beziehung bedarf es der Beständigkeit in den täglichen Herausforderungen oder in der alltäglichen Monotonie. Auch hier entlasten Rituale, ohne dass sie zur leeren Routine, zur leblosen Gewohnheit werden. Hinzu kommt, dass ich in meinem religiösen Leben der Stütze anderer Menschen bedarf und sie erfahre. "Der Glaube lebt vom Glauben der anderen" sagt Karl Rahner.

Die im Menschsein verborgene Ordnung Gottes, seine führende Hand schenkt mir bergende Gewissheit, Fundament und Halt und befähigt mich zu einer Positiven Lebenseinstellung, macht mich offen und präsent für Mitmenschen und Mitwelt und schenkt mir Kraft und Freude für das, was das Hier und Heute erfordert.

 

Im Kneippianum sind PILGER herzlich willkommen! Lassen Sie uns einfach Ihren geplanten Termin wissen und wir senden Ihnen ein individuelles Angebot für Ihren Aufenthalt in Bad Wörishofen!

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