Weiterhin möchte ich Ihnen das Zitronen- oder Lemongras (Cymbopogon citratus) vorstellen, eine Pflanze mit angenehm zitronenartigen Geruch, gepaart mit einem Hauch von Rose. Vermutlich ist die Pflanze in Ostindien und Indonesien beheimatet. Mittlerweile wird sie jedoch in Kulturen in weiten Teilen der Welt angebaut.

Lemongras ist ein ausdauerndes, mehrjähriges Gras, das bis zu 2 m hohe, glatte Halme ausbildet. Wenn es zur seltenen Blüte kommt erscheint eine ca. 30 cm lange Scheinähre mit sitzenden 6 mm langen Ährchen. Lemongras ist von seinen Ansprüchen her bedürfnislos, jedoch zuviel Nässe oder Staunässe verträgt es nicht. Ev. darauf bezugnehmend existiert in Thailand ein Brauch, bei dem in Fällen zu langer oder umfangreicher Regengüsse das Lemongras in umgedrehter Form, mit den Wurzeln nach oben in die Erde gesteckt wird. Man hofft dadurch den Regen stoppen zu können.

Lemongras sowie andere verwandte Arten sind Bestandteile von Kosmetika und Parfümen. Als Gewürze verfeinern sie die Gerichte. Ihre Anwendung reicht bis in die Antike zurück. Bei den in der Bibel erwähnten Gewürzrohren handelte es sich vermutlich um Zitronengräser. „Narde, Krokus, Gewürzrohr und Zimt, alle Weihrauchbäume, Myrrhe und Aloe, allerbester Balsam.“ (Hohelied 4,14); „Was soll mir der Weihrauch aus Saba und das gute Gewürzrohr aus fernem Land? Eure Brandopfer gefallen mir nicht, eure Schlachtopfer sind mir nicht angenehm.“ (Jeremia 6,20)

Große Bedeutung besitzt Lemongras als Gewürz – zumeist wird es in 1-2 cm langen Stücken oder zermörsert, in der asiatischen Küche, vorwiegend der thailändischen und vietnamesischen verwendet. Die jungen Herzblätter werden teilweise auch gekocht als Gemüse verzehrt. Lemongras wird in der Parfümindustrie sowie als Repellens gegen Mücken eingesetzt.

Lemongras wirkt aufgrund des aromatischen Geschmackes verdauungsfördernd und appetitanregend. Als Aufguss wirkt es in hoher Dosierung beruhigend und schmerzlindernd. In Untersuchungen zeigte sich eine schwach diuretische und entzündungshemmende Wirkung. Lemongrasöl und seine Hauptkomponente besitzen ausgeprägte antimikrobielle Eigenschaften.

In der Volksmedizin (Brasilien) wird das Zitronengras als Aufguss bei nervösen Unruhezuständen und fieberhaften Erkrankungen eingesetzt. Appetitlosigkeit sowie Magen- Darmbeschwerden sind weitere Indikationen. Lemongrasöl wird innerlich bei spastischen Schmerzen im Gastrointestinal- Trakt (3-5 gtt. auf Zucker), auch bei Brechdurchfällen eingesetzt. In Indien dient es als Antiemetikum. Äußerlich wird es bei als durchblutungsförderndes Mittel bei Lumbago, chronischen Rheumatismus, neuralgischen Beschwerden und Distorsionen angewendet.

Das Kneippianum-Team empfiehlt bei der Teezubereitung (Aufguss) die Einzeldosis bei 2 g Droge, die Tagesdosis bei 6 g.