Gesundheit

10. August 2011

Pflanze des Monats August: Mädesüß

Blüten der Wiesenkönigin

Beim Blick über die Wiesen sind zur Zeit hochaufgerichtet auffällige doldentraubige Blütenstände zu sehen die aus vielen creme- bis gelblichweiße Einzelblüten bestehen. Sie verströmen – insbesondere abends – einen intensiven, honig- bis mandelartigen Geruch.

Es ist die Wiesenkönigin oder gängiger die Mädesüß, eine Vertreterin der Rosengewächse (Rosaceae).  Sie ist  in Europa, Sibirien bis in die östliche Mongolei und Nordamerika, anzutreffen. Ihr derber, kantiger Stengel ist rot überlaufen und meist oberwärts verzweigt. Die  Blätter sind gefiedert und am Rand gekerbt bis gesägt.

Eine medizinische Verwendung der Mädesüß ist in der Antike nicht bekannt. Zu späteren Zeiten wurde sie als wassertreibendes und zusammenziehendes Mittel, bei Diarrhöen und bei rheumatischen Erkrankungen sowie bei Bluterkrankungen eingesetzt. Gerard schreibt, dass die in Wein gekochten Blüten nach ihrem Genuss die „Zustände eines bestimmten Alters hinwegtragen und das Herz fröhlich stimmen“ würden. In der Volksheilkunde wurden die Blüten gerne zur „Blutreinigungskur“ eingesetzt.

Aufgrund des vanilleartigen Geruchs wurde die Mädesüß früher zum Aromatisieren von Bier, Wein und Met verwendet. Im Mittelalter gehörte sie zu den Pflanzen, die als Duftstoffe auf den Boden gestreut wurden. Den keltischen Druiden galt sie, zusammen mit Wasserminze und Eisenkraut, als heilige Pflanze. Das zarte, zierliche und liebliche Aussehen der Pflanze führte zum Namen „Mädesüß“. Wegen ihres hohen, die Wiesengräser überragenden Blütenstands wurde sie auch „Wiesenkönigin“ genannt.

Mädesüßkraut bzw. die Blüten, beides geerntet zur vollen Blüte, enthalten ätherisches Öl, das zum großen Teil aus Salicylaldehyd besteht, einer dem Aspirin ähnlichen Substanz. Zudem enthält die Pflanze Flavonoide (natürliche Pflanzenfarbstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung), Gerbstoffe und Schleimstoffe sowie Vitamine (E, C). Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe wirkt die Mädesüß  fiebersenkend und entzündungshemmend, möglicherweise sogar schweißtreibend. Außerdem wurde eine antimikrobielle Wirkung nachgewiesen. Die Gerbstoffe wirken zusammenziehend (adstringierend). Zudem scheint eine wassertreibende Wirkung vorzuliegen. Die pulverisierte Krautdroge soll wundheilungsfördernde Eigenschaften besitzen.

Mädesüßblüten werden bei Erkältungskrankheiten bzw. fiebrige Erkältungskrankheiten, bei denen eine Forcierung des Schwitzens und eine Förderung der Harnausscheidung erwünscht sind, eingesetzt. In der Volksmedizin wird die Droge bei Blasen- und Nierenbeschwerden, einschließlich  Blasenentzündungen, Kopfschmerzen, rheumatischen Beschwerden der Gelenke und der Muskulatur sowie Gicht eingesetzt. Nebenwirkungen sind keine bekannt, aber aufgrund der enthaltenen Salicylate soll die Pflanze nicht bei Salicylat- Überempfindlichkeit angewendet werden.

Das Team des Kneippianum’s empfiehlt eine Tagesdosis für Erwachsene von 2,5–3,5 g Blüten bzw. 4–5 g Kraut, bei der Tinktur werden 2–4 ml eingenommen.


Der Autor

avatar
Karin Kövi
Karin Kövi arbeitet als Marketing-Verantwortliche und Vertretung der Gesamtleitung des Kneippianums in Bad Wörishofen. Sie ist fasziniert von der Kneippschen Lehre und der 115jährigen Geschichte des Kneippianums und trägt jeden Tag dazu bei, die erfolgreiche Geschichte weiterzuschreiben.




 
 

 
wandern_nordic_walking

Radfahren und Wandern im Allgäu

Radfahren und Wandern im Allgäu Radfahren im Allgäu bekommt eine neue Dimension Die neue Radrunde Allgäu, die im Juni eröffnet wird, entführt Sie auf insgesamt 445,9 km in die schönsten Ecken des Allgäus und lässt das R...
von Christiane Rapp
0

 
 
 

Erholung für Geist und Körper im Kneippianum Bad Wörishofen

Energie tanken mit Kneipp-Methoden Kommen Sie für eine Kneipp-Kur ins Kneipp Spa Bad Wörishofen im schönen Allgäu. Unser umfangreiches Wellness-Angebot macht die Gesundheitslehre Sebastian Kneipps erlebbar. Medical Wellness...
von Karin Kövi
0

 
 
 

Midlife-Chance: Seminar im Kneippianum Bad Wörishofen

Rückschau und Aufbruch In der Lebens-Halbzeit angekommen fangen viele Menschen an, einen kritischen Rückblick zu wagen oder sich Gedanken um die nächste Hälfte des kostbaren Lebens zu machen. Im Kneipp- & Gesundheitsres...
von Christiane Rapp
0

 

 
 

TCM: Traditionelle Chinesische Medizin

Naturheilkundliche Behandlungsmethode in Bad Wörishofen Sie haben genug von Schmerzen und unnötigem Leiden? Schulmedizin alleine reicht oft nicht, Esoterik alleine auch nicht. Wie bei allem im Leben gilt es auch im Bereich Ge...
von Karin Kövi
0

 
 
kraeuter-tee

Gesundheit aus der Tasse

Die heilende Kraft der Pflanzen Schon seit Jahrtausenden vertrauten die Weisen, Heiler und Mediziner auf die heilende Wirkung von Naturstoffen wie Pflanzen und Kräutern. Heiß aufgegossenen Kräutern wurde schon im alten China...
von Karin Kövi
0

 





0 Kommentare


Schreibe den ersten Kommentar!


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>