Pflanze des Monats August: Dost

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Der Dost, auch Wilder Majoran oder Oregano, genannt gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Er stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet. Heute wächst er im gesamten Mitteleuropa, und zwar bevorzugt an warmen Stellen auf Kalk- und Kiesböden und in trockenen Wäldern, an Feldrainen und Berghängen. Die bis 1,2 m hohe, behaarte, buschartige Pflanze – der buschartige Wuchs führte zum Namen „Dost = Strauß, Bündel“ – besitzt rot überlaufene, im oberen Teil verzweigte vierkantige Stengel, an denen kurz gestielte, eiförmige oder elliptische, 5 cm lange, 2,5 cm breite Blätter mit meist glattem Rand sitzen. An den Zweigenden stehen in Büscheln viele rote bis rosarote Lippenblüten, die einen ausgeprägten aromatischen Duft verströmen.

In den Kräuterbüchern des Mittelalters und der nachfolgenden Zeit wird viel über das Dostenkraut geschrieben. Bereits Hildegard von Bingen berichtet von ihr – für den Fall einer Lepraerkrankung sei es ein sicheres Mittel. Andererseits hieß es jedoch, würde man davon essen oder es berühren, könne man sich diese Krankheit zuziehen. Dostenkraut war Heilmittel für die verschiedensten Erkrankungen und Gebrechen. Wie Lonicerus schreibt: „Ungesunde Leber, Lungensucht, Würm im Leib, Harnen, Kalt Seich (Tripper), Stuhlgang, Harte Mutter (wohl Uterusfibrom), Wassersucht, Aussatz.“ Wahrlich eine umfassende Wirkung, die diesem Kraut zugesprochen wurde. Ein alter Volksspruch fasst zusammen: „Nimm Doste onn Johannesblut,däi sai für alle Kranket gout.“

Abgesehen von seiner Heilwirkung galt es – wie die meisten aromatischen Pflanzen – als antidämonisches Kraut. Zusammen mit Hartheu (Johanniskraut) und der „weißen Heide“ soll es böse Geister und den Teufel vertreiben: „Dost, Hartheu und weiße Heidt/ Thun dem Teuffel vil Leidt.“ Mit dieser Pflanze konnte die Macht der Hexen gebrochen werden. In manchen Gegenden hängte man Dostenkraut, das in der Walpurgisnacht gepflückt wurde, im Haus auf, um sich vor der Hexerei zu schützen. Dost gehört zu denjenigen Pflanzen, die in vielen katholischen Gebieten am 15. August zu Mariä Himmelfahrt in den Kirchen geweiht werden.

Dostenkraut enthält viel ätherisches Öl, ferner Gerbstoff- ähnliche Stoffe die Kaffeesäurederivate (ca. 7%, v.a. Rosmarinsäure), sowie Flavonoide (pflanzliche Farbstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung), Gerbstoffe und Bitterstoffe. Es wirkt aufgrund des angenehm aromatischen, würzigen und bitteren Geschmacks verdauungsfördernd und appetitanregend. Ferner weisen die Inhaltsstoffe auf eine gute desinfizierende Wirkung hin. Die Wirkung richtet sich gegen Bakterien und Pilze. Das ätherische Öl besitzt eine hohe antioxidative Kapazität. Zudem liegen entzündungshemmende und auswurffördernde Eigenschaften vor.

Im Allgemeinen wirkt Dost ähnlich wie Thymian. Dost wird aufgrund seiner auswurffördernden Eigenschaft bei Husten, chronischen Bronchitiden angewendet. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie Halsentzündungen wird der Mund mit einer Abkochung gespült. Dazu wird Dost häufig zu gleichen Teilen mit Salbei und Kamille gemischt. Aufgrund des Gerbstoffanteils wirkt die Droge auch gegen Diarrhöen.

In der Volksheilkunde stellen noch Beschwerden und Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie im Bereich der Harnwege klassische Einsatzgebiete dar. Als krampflösendes Mittel wird Dost auch bei schmerzhafter Menstruation verwendet. Bei Magen-Darm-Beschwerden sollte der Tee ungesüßt getrunken werden, als Expektorans kann der Tee mit Honig gesüßt werden. In der Aromatherapie wird Oreganoöl aufgrund seiner antimikrobiellen Wirkung äußerlich als Einreibung, in Form von Bädern oder über Verdampfung (Duftlampe) bei Infekten der Atemwege und der Harnwege, eingesetzt. Auch wird es, da ihm eine generell tonisierende, anregende Wirkung zugesprochen wird bei Asthenie und nervöser Müdigkeit eingesetzt.

Das Kraut wird zur Blütezeit in den Monaten Juni bis August gesammelt. Zur Teezubereitung 1 gehäufter EL auf 250 ml Wasser, mehrere Tassen täglich trinken. Als Pulver werden ½–1 EL 2–3-mal täglich mit der Nahrung eingenommen.

Probieren Sie das Dostenkraut in einer der oben genannten Formen aus! – Empfehlung vom Team des Kneippianum’s

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