Horizontal Shower: Kneipp hätte diese Anwendung geliebt

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Die Anwendungen. Fern von jeder Lexikon-Lyrik wollen wir in KNEIPP LIEBT DICH, dem Blog des Kneippianums, einige der Anwendungen beschreiben, die im Haus angeboten werden. Heute erleben wir etwas, was Kneipp bestimmt auch gefallen hätte. Allerdings gibt es die „Horizontal Shower“ genannte Anwendung erst seit Neuestem – sie wird exklusiv nur im Kneipp Spa angeboten. Legen Sie sich zu uns…

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Als würde sie einen Traum fangen wollen, so schwenkt Anita Dillian, die Therapeutin im Kneipp Spa, einen zuvor mit Seifenlauge getränkten Leinenbeutel. Der füllt sich mit Luft. Nun wird der Beutel ausgewrungen und eine verblüffend gigantische Menge an Schaum dringt durch die Fasern und wird auf dem Körper verteilt. Drei, vier Mal Wringen genügen, und man kann nur noch erahnen, dass da ein Mensch liegt unter Bergen von Schaum. Es ist ein interessantes Gefühl, so ganz und gar bedeckt zu sein von etwas so ganz und gar leichtem. Leise knisternd löst sich der Schaum auf.
 
Horizontal Shower. Es ist gar nicht so leicht, sich ein Bild von dieser Anwendung zu machen. Bis man den hellen Raum mit dem bodentiefen Fenster betreten hat. Hinten links ein Regal mit Produkten, hinten rechts eine an die Wand gemalte Kuh und in der Mitte eine große Kunststoffplattform. Sie sieht aus wie eine zu flach geratene Wanne. Und tatsächlich passt die Bezeichnung auch. Es geht darum, sich auf die Plattform zu legen. Von oben beregnet zu werden. Ein Duschbad im Liegen. Horizontal Shower.
 
 
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Doch besteht diese Anwendung aus mehr als einer Liege-Dusche: Das Ritual beginnt mit einem Schaum-Bad im wahrsten Wortsinne, man badet in Schaum pur. Physikalisch gesprochen handelt es sich dabei um eine Aneinanderreihung kleiner Gasbläschen. In der Mystik hat der Schaum besondere Eigenschaften, reinigt nicht nur, gebärt fast neu. Aphrodite war die Schaumgeborene. Berühmt für ihre Jugend, für ihre Schönheit. Dass Frau Dillian den Gast jetzt mit einem Tuch reinigt und schrubbt, das vermittelt einem durchaus das Gefühl, schön gemacht zu werden. Und jung.
 
Ein Gefühl, das durch die Wasser-Anwendung noch verstärkt wird. Aus mehreren Öffnungen perlt abschließend Wasser. Es bewegt sich in Wellen der Intensität voran, wie ein Regenschauer, der über den Körper zieht. Dann in Temperaturzonen, kühler erst und dann wieder wärmend. Es regnet und regnet auf einen nieder, dass man nur noch mit dem schieren So-da-liegen beschäftigt ist. Ganz im hier und jetzt. Nass, aber glücklich. Man könnte den Horizontal Shower vielleicht einen der modernsten Kneipp-Momente nennen. Auch wenn er ehrlichgesagterweise eigentlich keiner ist – eine solch ausgeklügelte Beregnungstechnik war zu Zeiten des berühmten Therapeuten schier unddenkbar. Doch jetzt, die letzten Momente der Anwendung genießend, die Wohligkeit und Kraft spürend, lässt sich vor allem eins sagen: Kneipp würde es lieben.
 
 
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