Gruß aus dem Kräutergarten: fünf beliebte Tees nach Sebastian Kneipp

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Die Kräuter. Frei von Lexikon-Lyrik beschreiben wir in KNEIPP LIEBT DICH, dem Blog des Kneippianums, einige besondere Kneipp-Momente. Die dunkle Jahreszeit beginnt, die Tage werden kürzer und kälter. Wir versüßen sie uns mit Sendboten aus einer fernen Jahreszeit – und kochen frische Tees mit den Kräutern aus Sebastian Kneipps Garten

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„Meine Mutter hatte immer Kräuter im Haus“, sagt Jochen Reisberger, „und die wurden frisch aufgebrüht für Tees in allen Lebenslagen.“ Der Manager des KNEIPP SPA im KNEIPPIANUM lacht. Reisberger kommt aus einer echten Kneipp-Familie. Seine Eltern betrieben einst ein kleines Kurheim, der Vater leitete eine Praxis für Physiotherapie, die Mutter war Kneipp-Bademeisterin. Man könnte sagen, Reisberger ist Kneipp seit Kinderjahren verbunden, er hat ihn auch mit Tees aufgenommen.

Dafür ist ein kleiner Kräutergarten eine perfekte Basis. Auf dem Grundstück des KNEIPPIANUMs gibt es selbstverständlich einen, der gepflegt wird vom Gärtner des Hauses. Und man möchte meinen, dass sein Reich immer größer wird. Denn in den vergangenen Jahren hat sich der Bedarf an frischen Kräutern deutlich erhöht, auch in der Frischeküche des Restaurants kommen Kräuter verstärkt zum Einsatz, etwa in den Salaten. Die Gäste schätzen das sehr. Zum Aufbrühen von Tees eignen sich frische Kräuter am besten, frischen Minz-Tee gibt es oft in der Gastronomie (auch im KNEIPPIANUM). Doch Kräuter im Winter? Jochen Reisberger hat einen banalen Tipp – einfach einfrieren.

 

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5 beliebte Tees nach Sebastian Kneipp

 

Baldrian. Seine Heilkraft sitzt in den Wurzeln, die werden im Herbst geerntet. Schon Hippokrates, der Urvater der Medizin, schwor auf die Heilkräfte der „Wunderwurzel“. Baldrian wirkt bei allgemeiner Unruhe, Schlafstörungen und Nervosität. Außerdem wirkt er sich wohltuend und entspannend auf die Nervenbahnen der inneren Organe aus. Deshalb kann er auch unterstützend bei Magenkrämpfen, Gastritis und Blasenbeschwerden eingesetzt werden.

2 bis 3 Gramm der getrockneten Wurzel mit heißem Wasser übergießen, 10-15 Minuten stehen gelassen und dann durch ein Teesieb gießen. Den Tee abends vor dem Schlafengehen trinken.

Fenchel. Bereits in den medizinischen Papyrus-Rollen Ägyptens wird der Fenchel beschrieben. In der Volksmedizin schätzt man die Wirkung als Mittel zur Anregung der Milchproduktion. Heute gibt es zwei Hauptanwendungsgebiete: Die in den Früchten enthaltenen ätherischen Öle wirken krampflösend und blähungstreibend, zudem befreien sie die Atmungsorgane von festsitzendem Schleim. Besonders kleinen Bauchschmerzpatienten wird Fenchel oft Hilfe gebracht haben.

2-5 g der Früchte (1 Teelöffel entspricht etwa 2,5 g) vor dem Gebrauch zerdrücken und mit siedendem Wasser übergießen, 10-15 Minuten abgedeckt stehen lassen, dann durch ein Teesieb geben.

Kamille. Wohl ein jeder hat bei Magen- und Darmerkrankungen die Hilfe einer wärmenden Tasse Kamillentees in Anspruch genommen. Der Tee lässt sich auch zum Tränken von Umschlägen verwenden. Es gibt noch weitere Wirkungen, die der Echten Kamille attestiert werden: wundheilungsfördernd, desodorierend, antibakteriell und bakterientoxinhemmend, Anregung des Hautstoffwechsels. Dafür sind verschiedene Wirkstoffgruppen verantwortlich: Die wasserlöslichen Flavonoide befinden sich vor allem im Tee, er enthält die „Seele der Kamille“.

2-3 Gramm Kamillenblüten (1 Teelöffel entspricht etwa 1 Gramm) mit siedendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten durch ein Teesieb geben.

Salbei. Kneipp schätzte ihn als schöne Zierpflanze, als vielseitiges Küchengewürz und als heilsamen Tee, besonders bei Lungenverschleimung, Nachtschweiß und Verdauungsbeschwerden. Stark aufgebrühter und wieder abgekühlter Salbei-Tee kann gut helfen, das meist als lästig empfundene Symptom übermäßigen Schwitzens zu lindern. Frisch aufgebrüht, leicht gesüßt vertreibt der Tee auch erste Anzeichen einer Erkältung. Wie sagte Kneipp so schön: „Wer ein Gärtchen beim Hause hat, wird, wenn er es anlegt, den Salbeistock nicht vergessen!“

2-3 Gramm der gehackten Blätter (1 Teelöffel entspricht etwa 1,5 g) mit heißem Wasser übergießen und nach 10 Minuten durch ein Teesieb geben.

Zinnkraut. Botanisch ist das Zinnkraut ein lebendes Fossil, gehört zu den Farnen und Moosen. Die blütenlosen Schachtelhalmgewächse vermehren sich über Sporen, im Sommer sprießen die grünen Triebe. Aufgrund der enthaltenen Kieselsäure gilt Zinnkraut als bindegewebskräftigend und – so Kneipp – „es heilt auch innere und äußere Gebrechen des menschlichen Körpers“. Die moderne Pflanzenmedizin empfiehlt den Tee zur Durchspülung der ableitenden Harnwege bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen.

15 Gramm Zinnkraut in einem 0,5 Liter Wasser erhitzen, mindestens 20 Minuten kochen, damit sich die Kieselsäure löst, dann durch ein Teesieb geben.

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