Diese Kneipp-Anwendung ist ein wahrer Seelentröster: das schlaffördernde Abendbad

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Die Anwendungen. Fern von jeder Lexikon-Lyrik wollen wir in KNEIPP LIEBT DICH, dem Blog des Kneippianums, einige der Anwendungen beschreiben, die im Haus angeboten werden. Die Tage werden kürzer und kälter, man sehnt sich nach Wärme und Wohligkeit. Das schlaffördernde Abendbad entspannt, es bereitet auf die Nacht vor, zudem ist es – so Sebastian Kneipp – ein wahrer Seelentröster

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Manchmal sind die kleinen Momente die wahrlich besonderen. So wie jetzt dieser. Man steht nackt, nur den Bademantel übergeworfen und die Hotelslipper an den Füßen, vor einer großen Edelstahlwanne und sieht dabei zu, wie die letzten Liter warmen Wassers einlaufen. KneippSpa-Therapeutin Elke Heisler hält die Hand in den Wasserstrahl und nickt. Alles scheint zu stimmen. Die Therapeutin fragt nun nach dem Badezusatz. Sie bietet die Wahl zwischen Melisse oder Lavendel. Ersteres entspannt. Zweiteres auch. Und doch unterscheiden sich beide ein wenig in ihrer Wirkung: Melisse wird auch Herzkraut genannt, wer abends hin und wieder im Bett liegt mit rasendem Puls, immer noch das Tempo des Tages spürend, der wird die Melisse lieben. Der Lavendel hingegen gilt als Helfer bei so genannten „Gemütsleiden“, bei Niedergeschlagenheit, Kopfschmerzen und sogar bei Migräne…

„Welches von beiden passt am besten zu kalten Tagen?“ Therapeutin Elke Heiser lacht. Und sie lässt einen herzhaften Schuss Lavendel in die Wanne fließen. Mit der Hand verteilt sie das tiefdunkelgrüne Öl in der Wanne. Ein wohlig angenehmer Duft breitet sich in dem Raum aus, es bildet sich ein wenig Schaum. Während man zusieht, wie die letzten Handgriffe erfolgen, beginnt man darüber nachzudenken, wann einem zuletzt ein Bad eingelassen wurde. Manche erinnern sich an die Zeit, in der sie frisch verliebt waren und kein Ort zu klein, sich zu zweit darin aufzuhalten. Andere denken zurück an die Kindheit, Mutter oder Vater ließen das Wasser einlaufen. Man konnte es kaum erwarten, ins Wasser zu springen. Es ist sicherlich eine der Besonderheiten der Anwendungen nach Kneipp, dass man den Geist der liebevollen Zuwendung spüren kann.

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Die Therapeutin nimmt einem den Bademantel ab, stellt die Slipper sorgsam vor dem kleinen Hocker auf und verabschiedet sich mit dem Hinweis, dass sie in 20 Minuten zurück komme. Länger sollte so ein Kneipp-Bad nicht dauern. Wie jede Anwendung kann auch beim Baden eine Überdosis zu nicht wünschenswerten Effekten führen. Nein, keine Sorge, man kann sich nicht high baden. Aber die Wirkung auf den Kreislauf, auf die Haut, kann unangenehm sein, bleibt man zu lange in der Wanne. Doch wer will schon, kurz nachdem man ins Badewasser geglitten ist, an den Moment denken, an dem man es wieder verlässt. Jetzt gibt es ganz andere Dinge zu tun. Erst etwas kaltes Wasser nachlaufen lassen, weil es einem zu heiß vorkommt, dann etwas warmes, es ist vielleicht doch ein wenig zu kalt geworden. Und es umfängt einen der Moment…

Man sollte sich einlassen auf ein Bad. Dabei hilft eine große Wanne. Viele kennen doch das Dilemma, dass die Wanne zu Hause nicht groß genug ist. Ständig kümmert man sich im Wechsel um kalt werdende Knie oder kalt werdende Schultern. Doch jetzt taucht man tief ein in das warme Wasser, den mild-weichen, doch irgendwie auch belebenden Duft. Der Schaum knistert. Die Gedanken schweifen. Alle Schwere weicht. Selbst Dinge, die einen vor wenigen Minuten noch beschäftigt haben, wirken für den Moment fern und unwichtig. In sanften Wellen plätschert das Wasser gegen den Wannenrand, klopft sanft dagegen. Klopft noch einmal. Und dann geht die Tür auf. Leise tritt die Therapeutin in den Raum. Die Zeit sei um. Am liebsten würde man sich von Elke Heiser nun abtrocknen und ins Bett bringen lassen. Das schlaffördernde Abendbad hat seine Wirkung getan.

 
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