Die Pflanze des Monats April: Indische Narde

Aufrufe

1789

Die Indische Narde gehört zur Familie der Baldriangewächsen (Valerianaceae). Sie kommt in 3000–5000 m hohen Gebirgsregionen des Himalayas sowie in Nordindien, Nepal, Tibet, Ostindien und China auf trockenen Standorten vor. Die aufrechte, ca. 10–60 cm hohe, im unteren Teil kahle und nach oben hin mehr oder weniger behaarte Pflanze entspringt aus kräftigen, verholzten Rhizomen, die von den Blattstielresten abgestorbener Blätter bedeckt werden. Die wurzelständigen Blätter sind 15–20 cm lang, 2,5 cm breit, kahl oder leicht behaart. An den Stengeln sitzen ein- oder zweipaarige, schlanke eiförmige bis länglich geformte Blätter von ca 2,5–7,5 cm Länge. Jeweils 1–5 Blütenköpfchen sind von behaarten Deckblättern umstellt.

In Asien ist die Indische Narde als sehr alte Heilpflanze bekannt. In den Himalayastaaten war sie fester Bestandteil traditioneller Medizin. Ihre Indikationen waren immer sehr umfassend. Sie reichten über Schlaflosigkeit, Hysterie, eine Anwendung als Antiseptikum, Antispasmolytikum bis hin zu einem Heilmittel gegen Skorpionstiche. Die Großmogule früherer Zeiten schätzten sie als Verjüngungsmittel. Im Periplus Maris Erythraei „Küstenfahrt des Roten Meeres“, eines Buches, das zwischen 40 und 70 n. Chr. niedergeschrieben wurde und das Häfen, Handelsbedingungen und Warenströme entlang der Handelsrouten an der nordostafrikanischen, arabischen und indischen Küste beschreibt, wird die indische Narde als Handelsgut aus dem indischen Hafen Barbarikon genannt. Nach Dioskurides hat sie eine erwärmende, austrocknende, urintreibende Kraft und ordnet die Säfte. Ihre Einsatzgebiete sind vielfältig. Zudem liefert die Narde ein wertvolles Duftöl. Die Benennung der Pflanze führt zurück auf das spätgriechische „nardóstachys“, das „Nardenähre“ bedeutet. Dem liegt das Sanskritwort „nalada = die Wohlriechende“ zugrunde.

Die Indische Nardenwurzel  stammt ausschließlich aus Wildsammlungen, überwiegend aus Nepal. Sie enthält 0,3–0,4% ätherisches Öl sowie Iridoide und Flavone (pflanzliche Farbstoffe) vor. Verwendet werden die Wurzel sowie das reine ätherische Öl. Die Nardenwurzel wirkt beruhigend und schlafanstoßend. Sie nimmt Einfluss auf bestimmte sedierend wirkende Botenstoffe im Hirn. Auch ein gewisser antikonvulsiver Effekt scheint vorzuliegen. Folgen von Stress werden vermindert. Möglicherweise resultieren daraus neuroprotektive Effekte. Nach älteren Angaben liegen bei der Droge auch krampflösende, blähungswidrige und wassertreibende Wirkungen vor. Ferner wurden antiulzerogene und leberschützende Eigenschaften nachgewiesen. Für einen alkoholischen Extrakt wurde ein Anstieg des HDL- Cholesterins festgestellt.

In der Volksmedizin wird die Narde bei Schlaflosigkeit angewendet. In Indien wird sie außerdem bei nervösen Kopfschmerzen, Aufregung, klimakterischen Beschwerden und abdominellen Schmerzen eingesetzt. Ein mögliches Einsatzgebiet für die Pflanze ist das Erschöpfungssyndrom (chronic fatigue syndrom). Nebenwirkungen sind keine bekannt.

Zur Teezubereitung empfiehlt das Kneippianum Team 5 g Droge auf 1 Tasse Wasser, 3-mal täglich eine Tasse.

Keine Kommentare zu Die Pflanze des Monats April: Indische Narde

Hinterlasse eine Antwort