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9. August 2011

Die Pflanze des Monats April: Bärlauch

Bärlauch im Wald

In diesem Monat ist in waldigen Gegenden der blühende Bärlauch anzutreffen. Aufgrund seines Geruches ist er im Allgemeinen nicht zu übersehen bzw. zu überriechen. Weitere Namen lauten auch Wilder Lauch, Ramsel, Ramseren, Ränsel, Judenzwiebel, Waldknoblauch, Waldlauch, Wilder Knoblauch, Zigeunerzwiebel oder Hexenzwiebel.

Bärlauch zählt zu den Lauchgewächsen (Fam. Alliaceae) und wächst bevorzugt an schattigen, feuchten Standorten mit humusreichen, möglichst kalkhaltigen Böden. Die Wälder Europas und Nordasiens sind seine Heimat. Aus einer, von einem durchsichtigen Häutchen umgebenen, länglichen Zwiebel entspringt ein bis 25 cm hoher, zwei- oder dreikantiger Stengel. An dessen Spitze sitzen in einer Scheindolde angeordnet weiße, sternförmige Blüten. Die beiden grundständigen Blätter sind elliptisch bis lanzettlich, zugespitzt, mit einer Länge von 6-20 cm. Die Pflanze verströmt in ihrer Umgebung, v.a. beim Zerreiben zwischen den Fingern, einen knoblauchartigen Geruch.

Die Geschichte der Verwendung von Bärlauch reicht weit in die Vergangenheit zurück. In jungsteinzeitlichen Pfahlbauten im Alpenvorland wurde sein Samen gefunden. Von Galliern,  Germanen und Römern wurde Bärlauch genutzt. Im alten Rom verwendete  man ihn als magen- und blutreinigendes Mittel. Bärlauch wird seit langem als Heil-, Gewürz- und Gemüsepflanze angebaut. Im Mittelalter baute man ihn an. In Irland wurde der Saft des Bärlauchs gegen Steinleiden eingesetzt. „Allium“, die Gattungsbezeichnung, stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Lauch, Knoblauch“. Das Wort wird mit dem lateinischen „olere = riechen“ in Verbindung gebracht.  „Ursinus“ kommt von dem lateinischen Wort „ursus = Bär“. Inwiefern man zu dieser Bezeichnung kam ist nicht geklärt. Vermutet wird, dass möglicherweise über dem Wald als bevorzugter Standort der Pflanze und gleichzeitig als Lebensraum des Bären die Verbindung gegeben ist.

Die frischen Blätter werden von April bis Mai, die Zwiebeln nach der Blütezeit bis zum Herbst geerntet. Der Geruch des Bärlauchkrauts ist schwach würzig, der Geschmack von leichter Schärfe und knoblauchartig. Die Droge stammt aus Wildbeständen.

Bei Analyse der Inhaltsstoffe des Bärlauchs zeigt sich eine qualitativ ähnliche Zusammensetzung wie beim Knoblauch. Quantitativ gibt es jedoch einige Unterschiede. So liegt der Gehalt der für die Wirkung notwendigen schwefelhaltigen Verbindungen um ca. 1/3 niedriger, folglich muss Bärlauch zur Erzielung eines ähnlichen Effekts entsprechend dosiert werden. Die Wirksamkeit dieser schwefelhaltigen Inhaltsstoffe  entfaltet sich erst bei Verletzung des Gewebes, bei der es zu einer enzymatischen Umsetzung  kommt. Es entsteht der typische lauchartige Geruch. Daneben sind noch weitere Inhaltsstoffe wie Flavonoide –Pflanzenfarbstoffe mit vielfältigen gesundheitsfördernden Wirkungen im Organismus -, Saponine, etc. enthalten. Da beim Trocknen ein großer Teil der Wirkstoffe verloren geht, ist es sinnvoll, die frische Pflanze oder ein Lyophilisat (gefriergetrocknetes Produkt) des Frischblattmaterials zu verwenden.

Bärlauch hat ähnlich dem Knoblauch eine antiarteriosklerotische Wirkung – günstige Beeinflussung des Lipid- und Cholesterinstoffwechsels mit Erniedrigung der Triglycerid -, LDL- und Cholesterinspiegel. Die enthaltenen schwefelaktiven Stoffe wirken als  Oxidationsschutz für Lipoproteine. Günstig wird die Gerinnungsfähigkeit des Blutes beeinflusst. Die Verklumpung der Thrombozyten  wird gehemmt. Hinweise liegen auf eine blutdrucksenkende und herzschützende Wirkung vor. Des Weiteren besitzt Bärlauch keimhemmende Eigenschaften. Über verschiedenen Mechanismen wirkt die Pflanze antientzündlich und es wird das Immunsystem angeregt.

Bärlauch wird hauptsächlich als Antihypertonikum und Antiarteriosklerotikum eingesetzt. Im Bereich des Magen-Darm-Trakts wird die Pflanze gerne wegen ihrer appetitanregenden und verdauungsfördernden sowie antibakteriellen Wirkung als Karminativum bei Gärungsdyspepsie, Blähungen, etc. verwendet. Äußerlich wird Bärlauch bei chronischen Hautausschlägen aufgetragen. In der Volksheilkunde wird Bärlauch gerne zur Frühjahrskur eingesetzt.

Nebenwirkungen treten nur selten und dann bei übermäßigem Gebrauch auf. In diesem Fall kann es zu Magenreizungen kommen. Bei  Frischpflanzenpresssäfte hält man sich an die Packungsbeilagen. Die Dosierung muss aufgrund der niedrigen Konzentration der Inhaltsstoffe deutlich höher gewählt werden als beim Knoblauch.

Eine weitere Pflanze im Monat April ist die indische Narde. Sie nimmt Bezug auf unser Osterfest. Jesus wird bekanntlich von Maria vor dem letzten Abendmahl gesalbt. Es heißt dazu im Johannesevangelium: “Da nahm Maria ein Pfund Salbe von unverfälschter, köstlicher Narde und salbte Jesus die Füsse und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus war erfüllt vom Duft des Öles.” (Johannes 12,3).


Der Autor

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Karin Kövi
Karin Kövi arbeitet als Marketing-Verantwortliche und Vertretung der Gesamtleitung des Kneippianums in Bad Wörishofen. Sie ist fasziniert von der Kneippschen Lehre und der 115jährigen Geschichte des Kneippianums und trägt jeden Tag dazu bei, die erfolgreiche Geschichte weiterzuschreiben.




 
 

 
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