Die Pflanze des Monats Juni: Weißes Taubnessel

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In diesen Monaten, hinein bis in den Herbst, kann man entlang von Wegesrändern, an Zäunen und Hecken sowie auf Schuttplätzen eine weiß blühende Pflanze antreffen, die in ihrem Erscheinungsbild der Brennnessel ähnelt.

Im Gegensatz zu dieser trägt sie jedoch keine Brennhaare. Spätestens bei der Berührung zeigt sich, um welche der beiden Pflanzen es sich handelt: „Schreist Du, juckt´s Dich, zweifle nicht, taub ist nit.“

Die Weiße Taubnessel (Lamium album), die zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehört, ist eine mehrjährige, ca. 30–50 cm hohe Pflanze mit aufrechten, vierkantigen und hohlen Stengeln, der locker behaart ist. An diesem sitzen kreuzgegenständig angeordnet lang gestielte, zugespitzte, herzförmige, blasig- runzelige Blätter, die beidseitig behaart sind und einen gesägten Blattrand aufweisen. Die in Scheinquirlen angeordneten gelblich-weißen, ca. 2 cm großen Lippenblüten stehen in den Blattachseln.

Die Weiße Taubnessel enthält Gerbstoffe, Flavonoide (pflanzliche Farbstoffe), bestimmte Bitterstoffe (Iridoide), Triterpensaponine, biogene Amine (Histamin, Tyramin), Schleimstoffe, etc. Aufgrund der Gerbstoffe wirkt die weiße Taubnessel adstringierend und leicht entzündungshemmend, zudem gewebsabdichtend und kapillarpermeabilitätshemmend sowie mild oberflächenanästhesierend und juckreizlindernd. Aufgrund des Saponingehalts liegen auch auswurffördernde Eigenschaften vor. Ferner wird von diuretischen Effekten berichtet.

Die Taubnesselblüten, im geringeren Maße auch das Kraut, werden sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Neben leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut werden sie bei Katarrhen der oberen Luftwege eingesetzt.

Des Weiteren wird die Pflanze bei Frauenleiden, z.B. unspezifischem Fluor albus (Weißfluss) empfohlen, hier vor allem in Form von Sitzbädern. Zudem hilft die Droge bei Nagelumlauf (Panaritium), hier gerne in Kombination mit Arnika (im Verhältnis 1:1). Ein Teeaufguss dieser beiden Drogen kann auch für Umschläge bei schlecht heilenden Wunden verwendet werden.

Die weiße Taubnessel lässt sich zudem sinnvoll bei Juckreiz im Rahmen von Dermatitiden sowie generell bei leichten oberflächlichen Entzündungen der Haut einsetzen. In der Volksheilkunde wird gerne ein Tee aus Taubnesselblüten als Schlaf- und Nervenmittel angewendet. Für eine Teezubereitung werden 2 TL (1 TL = etwa 0,5) der fein geschnittenen Droge mit kochendem Wasser übergossen und 5 Min. ziehen lassen. 2–3 Tassen tgl.

Für Spülungen, Sitzbäder werden 50 g Droge mit 500 ml heißem Wasser übergossen und 10 Min. ziehen gelassen. Anschließend ca. 20 l warmes Wasser dazugeben. Mehrmals tgl. ein Sitzbad nehmen.

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