Der lange Weg zur Anerkennung

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Muttertag

Die „alternative Medizin“ einer Kur im Allgäu

Heutzutage ist Kneipps Lehre anerkannt und etabliert. Überall finden sich Kneipp-Becken, die Hydrotherapie ist ein eigener Studiengang und Kurorte in ganz Europa lehren nach den 5 Säulen des Pfarrers aus Bad Wörishofen. Allerdings waren seine neuen Therapien anfangs nicht unumstritten.

Wie heute auch noch bei manchen alternativen Methoden musste sich Sebastian Kneipp mit seiner neuartigen Therapie erst vor der Schulmedizin beweisen. Manche sahen eine ernsthafte Gefahr für die kranken Personen, sich mit ungefestigten Therapien kurieren zu lassen; andere dachten pragmatischer und fürchteten eine Gefährdung des eigenen Geschäfts. So zum Beispiel ein Apotheker aus Babenhausen, der eine Klage wegen „Gewerbebeeinträchtigung und Schädigung“ einreichte.

Berufsverbot wegen „Kurpfuscherei“

Obwohl Sebastian Kneipp dem Gericht darlegte, dass er nur solche Patienten behandelt habe, die nach Ausschöpfung der Schulmedizin nicht geheilt werden konnten bzw. kein Geld für Ärzte hatten, verlor er den Prozess. Der Richter beschloss, dass er auch diese nicht mehr behandeln durfte. Unbeirrbar auf das Wohl seiner Mitmenschen bedacht, stellte Kneipp dem Richter gleichzeitig eine Therapie-Anweisung gegen dessen Gicht aus.

Unwiderlegbare Argumente

Als aber ein paar Monate später in Bayern die Cholera ausbrach, nahm er seine heilenden Tätigkeiten entgegen dem Gerichtsbeschluss wieder auf. 42 erkrankte Personen wurden definitiv durch seine Lehre geheilt. Das erreichte auch die obersten kirchlichen Stellen des Landes und rehabilitierte den Pfarrer, der 1855 nach Bad Wörishofen kam. Von diesem Zeitpunkt an verbreitete sich die Kneipp’sche Lehre kontinuierlich zu dem, was sie heute ist.

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