Bad Wörishofen – eine von Kneipp geprägte Stadt

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Blick über die Dächer der Kurstadt

Geschichte der Kurstadt in Bayern

Fast 950 Jahre ist es her, dass das heutige Bad Wörishofen zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Besiedelt ist das Gebiet schon weitaus länger. Die eigentliche Geschichte der Kurstadt lässt sich aber ganz klar in zwei Abschnitte teilen: eine Zeit vor Sebastian Kneipp und eine danach.

Ein ruhiges und beschauliches Örtchen

Historie & Heute

Sebastian Kneipp in Bad Wörishofen

Noch heute ist das idyllische Bad Wörishofen im Unterallgäu von der Landwirtschaft geprägt. Rund um die Kurstadt ziehen sich die Felder wie ein Schachbrettmuster zwischen kleinen Seen und Flussläufen.

1067 wurde der Name Werenshova zum ersten Mal urkundlich erwähnt. „Bei den Höfen des Werin“ deutet bereits auf die Bauernhöfe und die ländliche Nutzung hin. Lange Jahrhunderte änderten daran auch nicht viel. Die schlimmste Zeit für die Wörishofener ist zweifelslos aber die Pest. Zwischen 1627 und 1630 sterben mehr als 500 durch den Schwarzen Tod. Lediglich 2 Bauernhöfe werden zur Gänze verschont. Erst der Bau eines Dominikanerinnen-Klosters verhilft dem Ort zu einer neuen Stellung. 1721 wird das Kloster fertiggestellt und die ersten Mönche ziehen hierher.

Sebastian Kneipp läutet eine neue Ära ein

Drei Jahre nach seiner Priesterweihe kam der Pfarrer Kneipp 1855 nach Bad Wörishofen. Neben seinen Aufgaben als Beichtvater und Pfarrer konnte er hier endlich auch in aller Ruhe seine Lehre weiterentwickeln und neue Wege gehen. Er machte sich aber nicht nur als Wasserheiler einen Namen, sondern entwickelte auch Entwässerungstechniken für die Landwirtschaft, gab sein botanisches Wissen weiter und lehrte sogar die Imkerei.

Kneipps Weg zur Anerkennung

Den Schulmedizinern war es eben so wenig, Konkurrenz zu bekommen, wie es den Apothekern recht war, weniger zu verkaufen. Während Kneipp zu Anfang noch als „Kurpfuscher“ bezeichnet wurde und sich sogar gerichtlich rechtfertigen musste, wurde vom deutschen Kaiser Wilhelm von Preußen die Kurfreiheit eingeführt. Ob dabei ein guter Freund von Kneipp, der Abgeordneter im Reichstag war, seine Finger mit im Spiel hatte, sei dahingestellt. Davon wurde die Kontroverse zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin aber noch weiter aufgeheizt und Kneipp stand im Mittelpunkt der Kontroverse. Inzwischen kamen immer mehr Gäste nach Bad Wörishofen, die sich von Kneipps ganzheitlichem Ansatz Heilung erhofften.

Bad Wörishofen im 19. Jahrhundert

Historische Aufnahme des Pfarrers Kneipp

Wörishofen wird zu Bad Wörishofen

Der Ort wächst und beherbergt immer mehr Kurgäste. Gleichzeitig wird im Jahr 1890 im Rathaus eine geschichtsträchtige Abstimmung getätigt: Mit einer Stimme entscheidet man sich dafür, ab sofort offiziell ein Kurort zu sein. 30 Jahre später folgt der Titel „Bad“, von der bayrischen Regierung verliehen.

Ein moderner Kurort

Neben der Lehre Kneipps, die sich übrigens nicht nur auf die Wassertherapie beschränkt, sondern einen ganzheitlichen Ansatz darstellt, werden heute selbstverständlich auch andere Heilmethoden angewandt. Herzstück des Ortes ist aber weiterhin das Kneippianum und die Therme. Lernen Sie die Lehre Kneipps dort kennen, wo er sie ausgearbeitet hat und kommen Sie nach Bad Wörishofen.

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